Investmentfonds
Immobilienfonds
  
Begriff   Immobilienfonds stellen eine spezifische Art der
Investmentfonds dar, die entgegengenommene Gelder im eigenen Namen
für gemeinschaftliche Rechnung der Einleger nach dem Grundsatz der
Risikomischung zu mindestens 50% des Sondervermögens in Grundstücke
und Liegenschaften (auch Projekte) investieren und über die sich
hieraus ergebenen Rechte der Einleger Anteilsscheine
ausstellen. Immobilienfonds investieren in Haus- und Grundstücksbesitz
mit dem Ziel, eine möglichst hohe Wertsteigerung der Objekte und
hohe Mieten zu erwirtschaften. Aus diesem Grund wird meistens
bevorzugt in gewerblich genutzte Mietimmobilien investiert.
Gegenüber den Wertpapierfonds (Aktien-, Renten-, Misch- und
Geldmarktfonds) müssen Immobilienfonds immer über hinreichende
Liquiditätsreserven verfügen, da der Erwerb neuer Immobilien häufig
mit extrem hohen Anschaffungskosten verbunden
ist.
  
Fondstypen 
Unterschieden werden kann in
Offene und Geschlossene Immobilienfonds. Eines der wesentlichsten
Unterscheidungsmerkmale ist die Tatsache, daß Geschlossene
Immobilienfonds - wie der Name schon suggeriert - nur eine im
vorhinein fixierte Anzahl von Investoren zulassen und nur eine
begrenzte Anzahl von Objekten in das Fondsvermögen aufnehmen. Der
Grund für diese Fixierung liegt in der Zielsetzung der Geschlossenen
Fonds: Sie sprechen nämlich den ausgesprochen steuerorientierten
Anleger an wie z.B. Investoren, die sich in einer sehr hohen
Steuerprogression befinden. Der steuerliche Unterschied zwischen den
beiden Fondstypen liegt darin, daß der Investor als
Zertifikatsinhaber eines Offenen Immobilienfonds Einkünfte aus
Kapitalvermögen erzielt, der Teilhaber eines Geschlossenen
Immobilienfonds dagegen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
(sofern es sich bei der Fondsgesellschaft nicht um eine
Kommanditgesellschaft handelt, deren Tätigkeit einen Gewerbebetrieb
darstellt).
1. Offene
Immobilienfonds  
Bei Offenen
Immobilienfonds ist die Anzahl der ausgegebenen
Zertifi- kate NICHT begrenzt. Offene
Immo- bilienfonds können laufend
neue Zertifikate emittieren, deren
Erlöse sie für den Erwerb von
Grundstük- ken und Gebäuden bzw. zur
Finan- zierung von Bauprojekten
verwen- den. In Abhängigkeit von
Angebot und Nachfrage können sich
Anzahl und der Kurs der umlaufenden
An- teile somit ständig
ändern. Wer Fondsanteile eines
Offenen Immobilienfonds kauft, sichert
sich das Know-how erfahrener,
pro- fessioneller Manager, denen
er Erwerb und Betreuung
rentabler Objekte
anvertraut. |
 |
2. Geschlossene
Immobilienfonds  
Bei Geschlossenen
Immobilienfonds ist die Anzahl der auszugebenen Zertifikate genau
fixiert, d.h. der Kreis der Zeichner sowie die Anzahl der dem
Fondsvermögen zugeordneten Objekte bzw. Bauvorhaben sind
beschränkt. Würden im Laufe der Zeit ständig neue Zeichner in den
Investorenkreis und/oder weitere Objekte in den Bestand des
Fondsvermögens aufgenommen werden, so wäre die Zuweisung von
steuerfreien Ausschüttungen nicht mehr praktikabel und der Fonds
würde schließlich seine Existenzberechtigung
verlieren.
  
Vorteile -
Chancen - Risiken  
Seit frühester Zeit gehört der
Kauf von Grund und Boden zu den begehrtesten Anlageformen, denn
Immobilien gelten als wertbeständig und werden nicht von Krisen wie
z.B. einer Inflation tangiert.
1. Offene
Immobilienfonds  
Mit den
folgenden Vorteilen sind die z.Z. 16 inländischen Offenen
Immobilienfonds ein geeignetes und flexibles Instrument zur
Vermögens- und
Vorsorgeplanung: |
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solide Renditen: Die Renditen ergeben sich
aus den
Steuervorteilen, den jährlichen Ausschüttungen und den
Wertsteigerungen der Objekte. Die
Ausschüttungen errechnen sich aus
Zinsen und Mieterträgen abzüglich aller Bewirtschaftungskosten der
Objekte. Laut Bundesverband Deutscher
Investment- Gesellschaften e.V. (BVI)
erwirtschafteten Offene Immobilienfonds in der
Vergangen- heit im Schnitt Renditen zwischen
6,0 bis 6,4%. Die nebenstehende Tabelle
zeigt die einzelnen durchschnittlichen
Anlageerfolge der Offenen Immobilienfonds über
verschiede Zeiträume auf (Quelle: BVI -
Wertentwick- lung der Publikumsfonds zum
31.12.1998): |
Anlage-
zeitraum |
Wert-
steigerung |
| 1
Jahr |
5,1% |
| 5
Jahre |
29,0% |
| 10
Jahre |
92,0% |
| 15
Jahre |
155,0% |
| 20
Jahre |
262,0% | |
|
Sicherheit: Offene Immobilienfonds verfügen
über rentable Objekte, von denen häufig selbst Großanleger
träumen. Immobilienfonds sind besonders wertbeständig und
eignen sich besonders als langfristige
Sachwertanlage. Die Wertbeständigkeit wird
insbesondere durch Wertsicherungsklauseln gewährleistet, die
die Mietanpassungen abhängig von den Vertragsbedingungen
prozentual an der Änderung des Lebenskostenindex'
fixieren. |
|
Risikodiversifikation:
Große
Fonds besitzen meistens Dutzende von Qualitätsimmobilien.
Die Objekte des Sondervermögens unterscheiden sich
untereinander häufig hinsichtlich Größe und Nutzung, Lage
der Objekte, Branche der Mieter und/oder Pächter sowie dem
Alter der
Objekte. |
|
Anlegerschutz:
Den
Schutz des Anlegers gewährleistet die Kontrolle der
Kapitalanlagegesellschaften durch das Bundesaufsichtsamt für
das Kreditwesen in Berlin (BAKred)
i.V.m. dem Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften
(KAGG). |
|
Steuervergünstigungen:
Das Immobilienvermögen, das durch
das Fondsprinzip angesammelt wird, ist von Körperschafts-,
Vermögens- und Gewerbesteuer befreit und davon profitiert
natürlich indirekt der Investor. Von der Ausschüttung ist
ebenfalls ein erheblicher Teil steuerfrei; u.a. weil bei
Offenen Immobilienfonds Abschreibungen wie bei Haus- und
Grundbesitz möglich sind.
Weiterhin wird der
Erwerb von Investmentfondsanteilen steuerlich begünstigt,
denn der Fiskus läßt die Wertsteigerung der Fondsanteile
sowie die im Fonds realisierten Kursgewinne weitgehend
unangetastet. Investmentfondsanteile unterliegen einem
ermäßigten Steuersatz von 0,5% anstelle von 1% bei
Festgeld. | Das besondere Risiko bei Offenen
Immobilienfonds liegt in dem Ertragsrisiko durch mögliche
Leerstände der Objekte. Für den Vermietungsgrad entscheidend sind
insbesondere die Standortqualitäten der
Objekte.
Die
Kapitalmarktstatistik für die inländischen Offenen Immobilienfonds
entwickelte sich laut Deutscher Bundesbank in der
Jahren 1995 bis 1996 wie folgt:
|
|
|
1995 |
1996 |
1997 |
| Mittelzu-/-abfluß |
+ 7,0
Mrd. DM |
- 14,0
Mrd. DM |
6,4
Mrd. DM |
| verwaltetes
Fondsvermögen |
59,9
Mrd. DM |
74,2
Mrd. DM |
81,0 Mrd.
DM |
| Anteilumlauf |
543,1
Mio. Stück |
673,2
Mio. Stück |
|
2. Geschlossene
Immobilienfonds  
Insbesondere
Geschlossene Immobilienfonds bieten
dem extrem steuerorientierten
Anleger einen
enormen Steuervorteil: Der
Investor wird - sofern er seine Entscheidungen nicht einem
Treuhänder überläßt - vom Fiskus wie
ein Bauherr behandelt. Er profitiert
damit von allen damit verbundenen
Steuervorteilen. Zur Optimierung des
Steuereffekts, arbeiten die geschlossenen
Immobilienfonds mit einer
Fremdkapitalquote von mindestens 50%.
Das steuerbegünstigte Fremdka-
pital wird in Form von
Hypo- theken aufgenommen
und zur Finanzierung der
Fonds- objekte
verwendet. |
 |
Grundsätzlich
sind nicht die Ausschüttungen, sondern die
Einnahmeüberschüsse
einkommenssteuerpflichtig.
In den Anfangsjahren
führen die durch die Abschreibungsmöglichkeiten bedingten
Verluste zu einer Steuerersparnis. Weitere
Steuerbegünstigungen ergeben sich aus den
Verrechnungsmöglichkeiten der anteiligen Fondsverluste in
den Investitionsphasen mit positiven Einkünften aus
Vermietung und Verpachtung sowie ggf. anderen Einkunftsarten
(vgl. Handelsblatt, Nr. 236 vom
5.12.1996). Als problematisch erweisen sich
dagegen für den Anleger die mangelnden
Liquidisierungsmöglichkeiten der Anteile. Einen
unabhängig organisierten Sekundärmarkt, an dem Anteile
geschlossener Immobilienfonds gehandelt werden, gibt es
nicht. Somit muß ein Investor, der sich von seinen Anteilen
trennen möchte, selber für einen Nachfolger sorgen, der für
ihn zu denselben Konditionen
einspringt. | Weitere allgemeine Informationen
zu Immobilienfonds bieten Ihnen die
HypoVereinbank
Bank, speziell zu den Offenen
Immobilienfonds
BVI sowie
zum Immobilienmarkt im allgemeinen
Business
Channel.
 
Immobilienfonds im Internet   Commerzbank
ADIG Investmentfonds
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