26.05.2010:
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-Blatt (Bielefeld) zur Konjunktur
Bielefeld (ots) - Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Die
Deutschen neigen zur zweiten Betrachtungsweise. Gewiss: Die
Ergebnisse der neuen OECD-Konjunkturprognose schreien nicht danach,
die Champagnerkorken knallen zu lassen. Aber ein Piccolöchen dürften
wir uns schon gönnen. Stabiles Wachstum in diesem und im nächsten
Jahr, allenfalls ein moderater Anstieg der Arbeitslosigkeit,
himmlische Aussichten im Export und sogar anhaltende Preisstabilität:
Noch vor sechs Monaten hätte kaum jemand solch eine Vorhersage
gewagt. Die große Konjunkturkrise ist überwunden. Die OECD-Studie
zeigt aber auch, dass sich die Industrieländer in einem Ausmaß
verschuldet haben, das seinerseits die wirtschaftliche Stabilität
bedroht. Wer den Konjunkturteufel beständig mit Schuldenbeelzebub
austreibt, landet über kurz oder lang in der Defizithölle. Griechen,
Italiener, Spanier, Portugiesen, Franzosen und Briten: Sie alle
beteuern, der Irrlehre abzuschwören. Zur Erteilung der Absolution
aber ist es noch zu früh. Zunächst ist der Bußgang fällig. Und der
wird steinig - auch in Deutschland.
Originaltext: Westfalen-Blatt
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Quelle: news aktuell

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